Bundesweite Demo: Endlich wird die Arbeit knapp! Kapitalismus abwracken! Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Konkurrenz!

Endlich wird die Arbeit knapp!
Kapitalismus abwracken!
Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Konkurrenz!


Update: Für die Genoss_innen aus anderen Städten gibts es den Aufruf jetzt auch als PDF zum ausdrucken, kopieren & verteilen: Aufruf 30.04.

Mit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise im Herbst 2008 und ihren Auswirkungen, wurden anfänglich auch Fragen nach Alternativen zum Kapitalismus laut. Inzwischen ist dieser Diskurs längst beendet und es geht nur noch darum, den Status Quo weltweit und damit auch für die deutsche Wirtschaft wieder herzustellen.

Dabei hat sich an der Situation nichts geändert, es ist nicht irgendeine Krise über uns hereingebrochen, sondern der Kapitalismus ist die Krise! Nicht anders ist ein System zu bewerten, das weltweit Hunger, Ausbeutung, Krieg und regelmäßige Crashs der Wirtschaft hervorbringt.

Wir haben genug von einem Gesellschaftssystem, in dem alle Lebensbereiche Verwertungsinteressen untergeordnet werden. Ob es um Bildung oder Freizeit geht, oder um Wissenschaft und technischen Fortschritt, das Ziel ist immer die profitable Verwertbarkeit im Sinne des Kapitalismus anstatt die Erfüllung unserer Bedürfnisse.
In dieser Logik werden wir auf „menschliche Ressourcen“ reduziert, die zwar den gesellschaftlichen Reichtum produzieren, jedoch nur minimal daran teilhaben.

Dabei befinden wir uns in einer Situation, in der die technischen Möglichkeiten zur Abschaffung von Mangel, Hunger, Krankheit und Armut ständig wachsen und dadurch die gesellschaftlich notwendigen Arbeiten immer weniger werden. Eigentlich prima, wir bräuchten nur die Arbeit und deren Bedingungen anders organisieren und hätten alle ein gutes Leben – weltweit!

Aber an einem Ende des Kapitalismus haben die herrschenden Institutionen kein Interesse. Gerade der Staat, der in seiner Existenz auf das Funktionieren der kapitalistischen Ordnung angewiesen ist, ermöglicht auch in der Bundesrepublik die Verwertung der Menschen durch immer neue Maßnahmen. Durch die Ausweitung des Niedriglohnsektors, von Leiharbeit und Outsourcing, soll die Konkurrenzfähigkeit des Standortes Deutschland auf dem Weltmarkt gesichert werden, Hartz IV, 1-Euro-Jobs aber auch die Illegalisierung von MigrantInnen werden als Instrumente der Entrechtung, Ausgrenzung und Spaltung benutzt.

Dadurch werden nicht nur Existenzängste und Konkurrenz erzeugt, sondern auch massiver Druck auf die Löhne, Arbeits- und Lebensbedingungen. Teile der früher regulär bezahlten Arbeiten im öffentlichen Sektor werden längst durch 1-Euro-ZwangsarbeiterInnen erledigt, oft sogar durch diejenigen, die dort vorher in sogenannten regulären Arbeitsverhältnissen beschäftigt waren.

Ideologisch begleitet wird das ganze zudem mit einem bewusst geschürten Nationalismus. Das Geheule über „deutsche Steuergelder für griechische Frührentner“ und die massive Hetze gegen angebliche Schmarotzer, die sich der selig machenden Lohnarbeit verweigern, besonders wenn sie über einen migrantischen Hintergrund verfügen, sind nur einige Beispiele hierfür.

Eine nachhaltige Antwort auf dieses nationalen Bündnis für Arbeit, das von den DGB-Gewerkschaften, über die Linkspartei, bis zur CSU reicht, kann nur der Klassenkampf, als Gegensatz zu Volksgemeinschaft und Nationalismus sein!

Wir sind keine ohnmächtigen Opfer des kapitalistischen Systems! Wir können weitermachen wie bisher und weiter als Teil einer Maschinerie funktionieren, die den Planeten zerstört und massenhaftes Elend hervorbringt. Wir können aber auch anders. Wir sind es, die allen gesellschaftlichen Reichtum produzieren und durch diese Macht können wir auch dafür sorgen, dass es statt ewiger Krisen ein gutes und menschenwürdiges Leben für alle gibt.

Dabei ist uns klar, dass der Kampf gegen den Kapitalismus immer den Kampf gegen Herrschaft an sich beinhalten muss. Beispielsweise sind Sexismus, Rassismus und Antisemitismus zwar historisch untrennbar mit kapitalistischen Herrschaftsverhältnissen verwoben, jedoch auch nach der Abschaffung des Kapitalismus weiter denkbar. Eine befreite Gesellschaft ist nur möglich, wenn die Produktionsmittel allen gehören, ohne Lohnarbeit, Geld, Grenzen und ohne jegliche Herrschaft.

Das schöne Leben bekommen wir aber nicht geschenkt. Wir werden es uns Stück für Stück von den Herrschenden erobern müssen, die ein Interesse daran haben, dass die gegenwärtige Klassengesellschaft auf Basis von Konkurrenz, Ausbeutung, Leistungsterror und Unterdrückung weiterbesteht und verwaltet wird. Dazu müssen wir uns selbst organisieren, denn der Kapitalismus funktioniert nur, weil die LohnarbeiterInnen ihn – und damit ihre eigene Ausbeutung – am Leben halten.

Um gesellschaftliche Veränderungen in unserem Sinn zu forcieren, sind Tageskämpfe wichtig, die emanzipative Prozesse ermöglichen, wie beispielsweise Arbeitskämpfe oder Unistreiks. Dabei können wir Erfahrungen sammeln, Erfolge werden möglich und es zeigt sich dabei, dass Solidarität und Eigeninitiative Bedingungen für erfolgreiche Kämpfe sind.

Unser Kampf für Einkommen, die zum Leben reichen oder für das Ende der Illegalisierung von MigrantInnen, ist für uns Teil des Kampfes um die Abschaffung der Lohnarbeit und des Kapitalismus.

Kapitalismus abwracken!
Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Konkurrenz!
Für die soziale Revolution!

Sozialrevolutionäre Demo & Party
Fr. 30.04.2010 – 19.00 Uhr – Galluswarte – Frankfurt/M
(Mainzer Landstr. – Ecke Hufnagelstr.)

Es rufen auf:

autonome antifa [f]
antifa [ko]
campusantifa
FAU-Gewerkschaft für alle Berufe Frankfurt/M
Jugendantifa
Krisengruppe Frankfurt/M
ÖkoLinX – Antirassistische Liste
Ökologische Linke Frankfurt/M

Supporters

Revolutionaeres Bündnis Autonomer AntifaschistInnen
Anarchistische Gruppe [:ag] Freiburg
Libertaeres Bündnis der Wetterau
antifa düren
Autonome Jugend Antifa Hagen
Antifa Bad Bergzabern
Anti Hartz Plattform Saar
Zwantifa (Zweibrücken)
Antifaschistische Linke Darmstadt (ALDA)
Antifa R4 Gießen
ASJ Bonn
FAU Darmstadt
Libertäre Sozialistische Gruppe Bergstraße (LSG)
Libertäre Sozialist_Innen Darmstadt (LSD)
Antifa Bensheim
RAW Windeck
autonome antifa worms
Infoladen Capuma Bingen
antifa 5.3
groupe sous les pavés
ASJ Göttingen/Südniedersachsen

Ihr wollt die Demo auch unterstützen?
Mail an: campusantifa /ät/ yahoo /dot/ com

weitere Aufrufe:

…ums Ganze
Protestplenum
Free Class FaM

Danke an „…ums Ganze“ für das schöne Mobivideo


3 Antworten auf “Bundesweite Demo: Endlich wird die Arbeit knapp! Kapitalismus abwracken! Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Konkurrenz!”


  1. 1 antifa 16. März 2010 um 19:36 Uhr

    und am 1. mai den nazis in schweinfurt beine machen!

  2. 2 protestplenum norbert wollheim uni 13. April 2010 um 19:15 Uhr

    Hey. Wir haben jetzt unseren eigenen Aufruf für die Demo geschrieben. Wie siehts denn aus mit Redebeiträgen? Würden uach gerne was machen…

    Hier der Aufruf:

    Demoaufruf 30.4.
    Der Stress an den Hochschulen, die Missstände im gesamten Bildungsbereich sind sichtbar geworden in anhaltendem Protest.
    Und es gibt ein Bewusstsein dafür, dass es sich bei Anwesenheitslisten, Zunahme des Prüfungsdrucks, Ausweitung und Verschärfung aller möglichen Kontrollen, Rangeleien um Studienplätze und Lehrmittel, Konkurrenzdruck und unsicheren Zukunftsperspektiven um oberflächliche Probleme handelt. Alle dies sind Ausdrücke eines zu Grunde liegenden Systems, das fortwährend Krisen produziert, überall wo seine Logik greift.
    Privatisierungen im Bildungssektor (zum Beispiel Stiftungsuni) führen dazu, dass die Gesetze der freien Marktwirtschaft nun auch in Schulen und Unis herrschen.
    Als Begründung muss die „schlechte Finanzierung des Bildungswesens“ herhalten, aber die Ökonomisierung ist keine notwendige Folge: es ist eine gewollte und begrüßte Entwicklung im Sinne und Vorteil einer Minderheit von Wirtschafts – und Politeliten.
    Die Kultusminister_innenkonferenz, das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), die Hochschulrektorenkonferenz, die European University Association planen seit Jahren die Abwrackung der Hochschulbildung, deren Durchführung den Hochschulen und ihrer Organe überlassen wird.
    Die Folgen sind im Bildungssystem deutlich spürbar.
    Studienzeiten sollen verkürzt werden, um Studierende möglichst schnell für den Arbeitsmarkt verwertbar zu machen.
    Ständige Lehrevaluationen der Lehrenden, denen die Lernenden nun als „Kunden“ gegenüber treten, sollen zur Unmündigkeit und vor allem zum KonsumentSein erziehen. Gefördert wird ein Denken, das Wert nur da sieht, wo Geld bezahlt wird.
    Gesellschaftlich bestehende soziale Ungleichheiten werden weiter verschärft. Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten, die trotz der Widrigkeiten des dreigliedrigen Schulsystems Hochschulzugang erhalten, werden direkt vor die nächsten Hürden gestellt. Wer von Hause aus wenig Geld hat und neben dem Studium arbeiten muss, hat kaum eine Chance unter dem zeitlichen Druck das Studium genau so erfolgreich zu beenden wie Studen_innen aus finanziell gesicherten Verhältnissen. Gleiches gilt für Studierende mit Kindern, zeitaufwändigen Interessen oder politischem Engagement.
    Kapitalistisches Konkurrenzdenken wird an allen Ecken gefördert und etabliert. Beim Kampf um Lehrmittel und Masterplätze wird verinnerlicht, dass man nur eine Chance hat, wenn sie anderen genommen wird.
    Auch in der Uni nun also überall kapitalistische Ideologie, Gerede von Elite, Mythen des sozialen Aufstieges für jeden, der zur Leistung bereit ist, der es „wirklich“ will.
    Flankiert von der massenmedialen Inszenierung von Konsum als Glück, der Verherrlichung des „survival of the fittest“ –Prinzips (in Gameshows, DSDS, Bauer sucht Frau etc) ist das Bildungssystem nunmehr fester Bestandteil der gesamten Verblödungsmaschinerie.
    Diese legitimiert eine Ellebogengesellschaft, die im ständigen Kampf aller gegen alle entfremdet und menschliche Bedürfnisse und Beziehungen in den Hintergrund treten lässt.
    All dies dient einer immer stärker werdenden Stabilisierung eines Systems, von dem Wenige profitieren, dass die Mehrheit unterwirft, und global Leid, Hunger und immer neue Krisen produziert!
    Reformen der Reformen sind fürn Arsch – wir müssen das System zerbrechen. Bis die Scheiße aufhört!
    Wir solidarisieren uns daher mit den Zielen der Demo „Endlich wird die Arbeit knapp…Kapitalismus Abschaffen!“ am 30.04.10 um 19 Uhr an der Galluswarte und rufen gemeinsam zur Teilnahme auf

  1. 1 …ums Ganze! TV Folge VI – Keinen Finger krumm für diese Gesellschaft! « AWESOME Pingback am 13. April 2010 um 15:34 Uhr
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