PM: Über 1000 Menschen auf antikapitalistischer Demonstration in Frankfurt

demo

Am Abend demonstrierten in Frankfurt am Main über 1000 Menschen für die Abschaffung der Lohnarbeit und ein Ende des Kapitalismus. Die Demonstration unter dem Motto „Endlich wird die Arbeit knapp! Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Konkurrenz – Kapitalismus abwracken!“ verlief friedlich. Aufgerufen hatte das „sozialrevolutionäre und antinationale Krisenbündnis Frankfurt“. Angereist waren Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik.

Bündnissprecher Christian Linden erklärte zum Anliegen der Demonstration: „Aufgrund des Produktivitätsfortschritts ist eigentlich immer weniger Aufwand notwendig um die menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Da Lohnarbeit aber im Kapitalismus die einzige Quelle von Mehrwert ist, presst der Staat die Menschen mit Hartz IV zu immer mieseren Bedingungen in Lohnarbeit. Dagegen wollen wir deutlich machen: Kapitalismus und Lohnarbeit sind längst überflüssig und gehören durch eine kollektive Organisation der gesellschaftlichen Produktion und Arbeitsteilung überwunden.“

Mit Transparenten und Parolen wie „A- Anti- Anticapitalista!“ und „Für Deutschland keinen Finger krumm!“ liefen die Demonstranten von der Frankfurter Galluswarte durch die Innenstadt, mit einer Zwischenkundgebung am Haupbahnhof. Die Demonstration endete am Goetheplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

Im Gegensatz zu den letzten gesellschaftskritischen Demonstrationen in Frankfurt hielt sich die Polizei zurück, die Veranstalter beschwerten sich allerdings über „systematische Filmaufnahmen“ und „scharfe Vorkontrollen“.
Zuvor hatte es Diskussionen um den zu erwartenden Polizeieinsatz gegeben, da beispielsweise eine Demonstration von Studierenden im Januar in einem massiven Polizeikessel lief, der eine Sicht- und Wahrnehmbarkeit der Demonstration verunmöglichte.

Irritert zeigte sich Linden über eine bekanntgewordene Richtline des hessischen Rundfunks zur Berichterstattung. Darin heißt es, es reiche sich „im Service auf die Verkehrsbehinderungen“ zu beschränken, „wenn nichts passiert“. „Sollte die Lage allerdings ‚eskalieren‘ “, wolle man „sofort eine Berichterstattung aufnehmen“. Linden dazu: „Ich bin gespannt, ob dem HR eine linksradikale Demonstration auch dann einen Bericht wert ist, wenn sich nicht über ein Gewaltspektakel empört werden kann.“

Die heutige Demonstration war vorläufiger Höhepunkt der Kampagne des sozialrevolutionären und antinationalen Krisenbündnis Frankfurt dar, die unter dem Motto „3,2,1… uns! Kapitalismus abschaffen!“ Selbstorganisation und kollektive Aneignung in der kapitalistischen Krise fördern will. Im Rahmen der Kampagne gab es bereits zahlreiche Demonstrationen und Veranstaltungen, z.B. gegen die rassistische Ermittlungsgruppe „AG Wohlfahrt“ in Offenbach, für kostenlosen Nahverkehr, gegen die autoritäre Hochschule und gegen Leiharbeit.
- Ende der PM-

Checkt auch den Indy-Artikel: http://de.indymedia.org/2010/05/280093.shtml

Hier dokumentieren wir noch die verschiedenen Redebeiträge (Der der ASJ Göttingen fehlt noch):

Auftaktrede zum Tod Günter Sarés
Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t zum Thema Internationalismus.
FAU FFM zum Thema prekäre Arbeit
antifa [ko] zum Thema
Ausgrenzung und reaktionäre Ideologien

autonome.antifa [f] zu Lohnarbeit
campusantifa zu Bildungskämpfen